Wir waren 4 Tage in San Diego - Projekt: Entdecke eine Stadt/Gegend in den USA, in der du noch nicht warst, ongoing - wo es wunderbar sonnig und warm war.
Ein richtiges Gefühl für San Diego habe ich nicht bekommen, aber es ist (zumindest im Winter) bestimmt eine tolle Stadt zum Leben. Und der Besuch im San Diego Zoo war eindeutig das absolute Highlight.
Pünktlich zu Silvester waren wir dann wieder zu Hause, was eigentlich zu der Frage führt: Warum nur? denn Silvester in der bay area lässt sich mit einem einzigen Wort voll ausreichend beschreiben:
LANGWEILIG
Bei Silvester und USA denkt man ja automatisch an den Times Square in New York, und das ist dann auch der Ort, wo die Luzid abgeht. Von dort wird auch eine Live-Show im Fernsehen gesendet.
In San Francisco findet statt: NIX.
Kein 90. Geburtstag im Fernsehen, und keine vergleichbare amerikanische Tradition, keine Aufregung, nix.
Bestimmt gibt es eine Reihe von privater Partys, ich glaube, auch die Symphoniker spielen, und in einigen Hotels ist was los, aber open air, öffentlich, ist keine Sause.
Das einzige, was man machen kann, ist, sich Gegen Mitternacht Richtung Embarcadero / Ferry Building zu bewegen, denn dort wird um Mitternacht ein 15 minütiges Feuerwerk gezündet.
Was dann auch das das EINZIGE Feuerwerk in der ganzen bay area ist, denn in den USA bzw. zumindest hier in Cali sind private Feuwerke an Silvester ein völlig unbekannter Brauch. Jibbet nicht.
Man kann daher auch keine Raketen oder Böller kaufen. Es sei denn, man fährt nach Chinatown, wo man die das ganze Jahr kaufen kann, also die Böller, keine Raketen.
Weswegen ich jedes Jahr Silvester denke, ich sollte zum Fourth of July, zu dem es in einigen Counties Feuerwerk zu kaufen gibt (in unserem nicht, hier ist auch am 4. Juli privates Feuerwerk verboten, wegen Brandgefahr), daran denken, das wir uns bevorraten. Leider vergesse ich das immer, was vielleicht gut ist, ich weiss gar nicht, was passiert, wenn wir hier am 31. Dezember Raketen zünden. Wahrscheinlich verbringen wir dann Silvester im Sheriffs Büro. Oder gleich im Knast.
Ingo musste bei Target übrigens seine ID vorweisen, zum Beweis das er älter ist als 21. Um eine Packung mit Knallbonbons erwerben zu können.
nachdem wir das erste Jahr hier zu Hause rumgesessen haben und vergeblich versucht haben, mit Donuts (statt Berliner) und "der 90. Geburtstag" aus dem Internet Stimmung aufkommen zu lassen und letztes Jahr auf einem Indoorspielplatz bei einer kinderfreundlichen Party waren (was als Idee gut war, aber die Umsetzung war leider naja, da Super Franks total überfüllt war und man sich eher vorkam wie im Notunterkunfts-Lager bei der Essensausgabe) sind wir dieses Jahr also zum Embarcadero aufgebrochen.
Erste Überraschung: es war gar kein Stau.
also waren wir nach knapp 40 Minuten in der City
(psst - die Golden Gate Bridge ist berühmter, aber die bay bridge ist schöner. Auf jeden Fall nachts!)
Zweite Überraschung: auch das Finden eines Parkplatzes war kein Problem. Im Embarcadero Center Parkhaus 2 gab es noch reichlich Auswahl.
von dort aus ist es ein Katzensprung zur Justin Herman Plaza, wo wir dann um 23.00 Uhr
standen und nix tun konnten als 60 Minuten auf Mitternacht zu warten. Und Selfies zu schiessen:
Tessa war im Auto eingeschlafen und nicht wieder zu bewegen, das rückgängig zu machen, War vielleicht auch ganz gut so.
Ich erspare euch jetzt 300 Feuerwerk Fotos (vielleicht steuert Ingo noch ein paar gute bei?)
aber das Feuerwerk war wirklich super toll und schön. Leider hinter dem Ferry Building gezündet, so das man Teile gar nicht sehen konnte, aber auf den anderen Strassenseite war es super voll.
Der beste Ort zum Gucken müsste eigentlich auf der bay bridge sein. Oder auf Treasure Island.
Aber ansonsten war nix, keine Glockenschläge, kein Count down, kein gemeinsames Singen, keine Musik, nix.
und zack, beim Verglühen der letzten Rakete dreht sich alles auf dem Absatz um und geht.
hat dann natürlich ein bisschen gedauert, bis wir wieder aus dem Parkhaus raus waren, weil alle gleichzeitig raus wollten, aber dann,
Überraschung 3: Parken hat nur 9 Dollar gekostet.
und
Überraschung 4: auch auf dem Rückweg null Stau, alle Zufahrten zur bay bridge komplett frei.
Zu Hause sind wir dann alle direkt ins Bett gewankt. Eltern halt.
Und wer jetzt denkt, das hört sich doch herrlich entspannt, friedlich und ruhig an, nach 5 Tagen Ghetto-Geböller in Deutschland, der hat natürlich Recht, aber es fehlt hier eben nicht nur das nervige, sondern auch alles gesellige, wie Anstossen mit den Nachbarn auf der Stasse um Mitternacht, die Aufregung der Kinder beim Böllern mit den Vätern, überhaupt die Frage: Was macht ihr denn Silvester?, alles.
Wenn man es anders gewohnt ist, und sich daran erinnert (so wie unsere drei älteren Kinder) ist das echt ein bisschen mau alles.
In diesem Sinne euch allen ein grossartiges, neues Jahr,
alles Gute für 2014, und bis bald!
