Montag, 9. November 2015

Post vom USCIS

In den letzten Wochen haben wir vermehrt Post vom USCIS bekommen. Was ist das USCIS? Das ist eine Abteilung der Homeland Security: U.S. Citizenship and Immigration Services. Alles klar?
Dort werden allerlei Dinge bearbeitet die irgendwas mit Aufenthalt und Verbleib in den USA zu tun haben, z.B. mit Greencard Anträgen.
Nach ein paar Jahren in den USA, sind wir jetzt soweit im Prozess vorangeschritten, dass wir kurz davor stehen eine solche zu bekommen. Hat alles länger gedauert als gedacht/erwartet, aber jetzt geht's auf die Zielgerade. Nächster Termin ist am 17.11.2015 in Oakland um die biometrische Erfassung durchzuführen. Mal sehen ob sich meine, bei der jeder Einreise genommenen, Fingerabdrücke immer noch gleichen. Danach müssen wir noch 2-4 Monate auf die Erteilung warten. Dann hat das Anstellen in der Touristen Schlange bei der Einreise endlich ein Ende. Und die Kinder dürfen arbeiten und ich bin nicht mehr von meinem Arbeitgeber abhängig.

Einmal Disneyland und zurück

Alle Kinder und Erwachsene haben dieses Jahr zum Geburtstag einen 2 Tagespass für Disneyland bekommen. Letztes Wochenende haben wir dann die Reise angetreten und 2 Tage in Anaheim in Disneyland und Disney California Adventure verbracht.

Hier ein paar Eindrücke vom Trip

Verdammte Sonne















Sonntag, 29. März 2015

Capitola

Ich weiß gar nicht, warum ich unbedingt mal nach Capitola wollte.
Vielleicht hatte ich irgendwo was darüber gelesen.
Oder jemand hatte mir erzählt, dass es da schön sei, ich weiß es nicht mehr.
jedenfalls wollte ich da schon seit Jahren mal hin.

Und heute morgen sind wir dann einfach mal spontan losgefahren.
Wir waren früh wach (Danke, Kinder), das Wetter war schön, wir hatten nix anderes / besseres vor.


erster Stop: Eine Bäckerei, eine Empfehlung unser Tageszeitung. Sensationell.
Gayle's Bakery, direkt auf dem Weg von der Autobahn Richtung Stadt / Strand.
Hier bekommt man auch super Picknick zum Mitnehmen!


Ganz Capitola ist voll schöner Häuser


Wo gesurft wird, gibt es auch immer Bullies und Käfer


Der Strand. Hinten sieht man schon die berühmte Pastell-bunte Fassade


Der Soquel Creek.


Da gehen wir nächstes Mal Kaffee trinken!


Die Regenbogen-Häuser von hinten




falls jemand eines der Regenbogen-Häuser mieten möchte?
Direkte Stranlage, unverdauter Blick aufs Meer. Die Privatsphäre ist allerdings gleich null.
Die Leute latschen einem quasi über die Terasse und können durch Türen und Fenster direkt in die Häuser blicken.


der venezianische Hof.
Die erste kalifornische Ferienwohnungsanlage an der See.
Auf der Liste der denkmalgeschützten historischen Plätze.
1924 errichtet




Die Wharf




Quasi hinter den Regenbogen-Häusern, auf der anderen Seite der Wharf, geht der Stand weiter.
Das Haus auf dem Hang ist auch nicht von schlechten Eltern...


Von der Wharf aus auf das Venetian geblickt:
(rechts die Ferienwohnungen, links mit den blauen Markisen das Hotel)






Capitola Village ist frei von Läden großer Ketten und wird dominiert von Shops die Essen, Getränke, Surfer-Kleidung und Kunsthandwerk anbieten, ausserdem kann man natürlich Surfbretter und co mieten. Und auch die Siesta nimmt man hier Ernst:


Zum Abschluss noch einen Kaffee in der Calypso Coffee Bar, bevor wir uns gegen 15.00 Uhr wieder auf den Weg nach Hause gemacht haben - um zu Verhindern, dass wir mit den ganzen anderen Tagesausflüglern in Santa Cruz und co in den Santa Cruz Mountains stundenlang im Stau stehen.




geparkt haben wir auf dem öffentlichen Stadtparkplatz quasi hinter dem entzückenden kleinen Museum - für 50 cent pro Stunde und im Schatten. Von da aus sind es zu Fuß mit Kindern 10 Minuten bis zum Strand, dass ist also ein echter guter Standplatz.

Kommen wir wieder?
Ganz bestimmt.
War genau so toll, wie ich es mir vorgestellt hatte. Yeah!

Sonntag, 1. Februar 2015

San Francisco - Coit Tower

Heute morgen haben wir spontan beschlossen nach San Francisco zu fahren. Wir wollten eigentlich ins Exploratorium, aber nachdem wir die Menschenmassen gesehen haben, die die gleiche Idee hatten, haben wir unsere Pläne geändert und sind die unendlichen Stufen zum Coit Tower hinaufgestiegen. Zum Glück war das Wetter super und die Sicht auf San Francisco sehr gut. Aber seht selbst. Fiona und Lennart wollten nicht mit. War ihnen zu früh am Sonntagmorgen. :-)

Sonnenbrille nicht vergessen

Coit Tower von unten

Turnstunde auf dem Geländer

Ich lach nicht!

Blick nach Süden vom Coit Tower. Bay Bridge und Ferry Building

Blick nach Nord-Westen. Lombard Street, North Beach und natürlich die Golden Gate Bridge

Lombard Street in der Bildmitte 
Tessa macht auch Bilder (und zwar gar nicht so schlechte)

Wandgemälde im unteren Bereich des Coit Towers

Ich bin albern

Kronkorkenabdruck in der Handfläche

Kronkorkenabdruck die Zweite.

Mittwoch, 7. Januar 2015

Der 4. Jahrestag

EIn kleiner Nachtrag zum vorherigen Post von Tina.

Heute vor 4 Jahren sind wir in San Francisco angekommen. Mit einem Koffer fuer jede der 6 Personen. Der Container mit unserem restlichen Gegenstaenden noch mit dem Schiff unterwegs. Tessa war 10 Wochen alt, Nikolas fast 4, Lennart fast 9, Fiona fast 12. Tina und ich waren sichtlich juenger. Auch wenn wir durch die Strapazen der vorangegangenen Wochen sichtlich aelter aussahen.

Es war ein Freitag Abend. Alle muede von der langen Reise. Schnell das Auto von der Mietstation am Flughafen abgeholt und alles eingepackt. Naechster Stop: die Agentur die uns das Apartment fuer die naechsten Wochen besorgt hat. Auf nach San Francisco um den Schluessel abzuholen. Agentur geschlossen und der Schluessel nicht am vereinbarten Platz hinterlegt. Leichte Panik gesellt sich zur Muedigkeit. Wo bleiben wir bloss heute Nacht? Und morgen? Die Notrufnummer ist leider nicht besetzt. Ruhig bleiben. Nach fast einer Stunde dann den IT Techniker im geschlossenen Buero der Agentur aufgeschreckt. Leider erinnere ich mich nicht mehr an seinen Namen, aber er war sehr hilfsbereit und hat uns den Schluessel gegeben. Rettung in der Nacht.
Was fuer ein Auftakt zu einem spannenden Abentuer.

Viel ist seitdem passiert. Vieles ist anders gekommen als geplant und erwartet. Wohnort, Autokauf, Papierkram, Schulen, KIndergarten, Arbeit. Es ist aufregend und schoen. Manchmal aber auch beaengstigend und demotivierend. Neue Menschen und Ansichten. Neue Alltagssprache und deren Herausforderungen. Ein neues soziales System mit allen Licht- und Schattenseiten. Tolle Landschaften, Sonne und die staendige Bedrohung durch Erdbeben.

Fiona ist bereits auf der Highschool. Lennart hat sein letztes Jahr in der Middleschool. Nikolas ist schon in der zweiten Klasse und Tessa in der Preschool. Sie koennen die Sprache besser als Tina und ich. Sie sehen die Unterschiede in den Kulturen. Was wir gemein haben und was sich unterscheidet. Das sind wertvolle Erfahrungen fuer das weitere Leben.

Es ist immer noch toll. Kein Schnee im Winter. Wenig Regen und angenehme Temperaturen. Kurze Hosen das ganze Jahr. Nette und entspannte Menschen in dieser Gegend. Offen und freundlich, immer auf der Suche nach dem "next big thing". Das ist Amerika. Das ist die Bay Area. Auf ein paar weitere Jahre.



Jubiläum!

Heute sind es auf den Tag genau 4 Jahre, dass wir nach San Francisco gekommen sind.
4 Jahre!
Das ist irgendwie wirklich kaum vorstellbar....



Das Bild ist direkt nach der Ankunft auf dem Flughafen entstanden.
Lennart, 9 Jahre alt
Tessa, 10 Wochen
Fiona, 11 Jahre
und Nikolas, 3 Jahre alt (fast 4)


Mittlerweile ist Lennart 13, fast 14





Tessa ist 4 - älter als Nikolas auf dem Bild!





Fiona wird im Sommer 16 (Leute, holt die Kinder rein, Fiona macht den Führerschein!)



und Nikolas wird in wenigen Wochen 8





Die Handkameras sind mittlerweile auch um Längen besser, wie man sieht ;-)


Nikolas ist damals hier in die preschool gekommen (Kindergarten) - mittlerweile geht er in de 2. Klasse. Er ist von allen vieren derjenige, der am konsequentesten Deutsch spricht. Lustigerweise. Er kann auch nicht nur auf Englisch lesen, sondern auch auf Deutsch. Keiner weiß warum, den beigebracht haben wir ihm das nicht. Er will später Baseball-Spieler werden. Die Saison geht in 2 Wochen wieder los.

Tessa geht mittlerweile auch in die preschool "Miss Helens High School", und ihr grösster Wunsch ist sieben zu sein (so wie Nikolas) und ebenfalls in die Schule zu gehen. Das sie und Nikolas niemals gleichzeitig 7 sein werden, übersteigt ihren Horizont. Da wird sie richtig wütend.
Ansonsten ist sie eine ausgewiesene Expertin für "my little Ponys" und Prinzessinnen.
Im Herbs startet sie dann ihre Schulkarriere im Neu-geschaffenen TK (Transitional Kindergarten) level, für die Unglücklichen, die den Schnitt nicht geschafft haben und erst nach dem 01.09. fünf werden.

Lennart ist dieses Jahr in der 8 Klasse  und wechselt nach dem Sommer dann auch auf die High School. Er plant eine Karriere im Fernsehen, und treibt ansonsten viel Sport - Kung Fu, und dann alles so, was in der Schule saisonal angeboten wird - von Football (also American Football) bis zu Wrestling. Er spricht noch ziemlich gut Deutsch, allerdings mit permanent falschen Präpositionen *Ohren zuhalt* und ist seit unserer Ankunft in den USA bestimmt einen halben Meter gewachsen. Seit dem Herbst ist er auch grösser als seine grosse Schwester.
Was uns das in Lebensmitteln kostet, möchte ich gar nicht ausrechnen.

Fiona hat fast die Hälfte der High School hinter sich. Diesen Monat legt sie die DSD II Prüfung ab, die ihr muttersprachliche Deutschkenntnisse bescheinigen wird und sie damit berechtigt, ohne besondere Bedingungen an deutschen Universitäten  zu studieren. Sofern ihr GPA (Notendurchschnitt) und ihre SATs (Universitäts-Eingangs Test) gut genug sein werden.
Ab dem Sommer darf sie dann tatsächlich Auto fahren (alleine!) wenn sie die Führerscheinprüfung bestanden hat. Eine beängstigende Vorstellung. Fiona hat einen wirklich internationalen Freundeskreis ( mit Jugendlichen aus Indien, der Mongolei, China, Taiwan, Japan, Mexiko und auch ein paar "echten" Amerikanerin) und ist eine extreme Verfechterin von political correctness, Gleichberechtigung und gegen jegliche Art von Vorurteilen (von Deutschen in Dirndln mit Bierkrug in der Hand bis zu Asiatinnen, die nicht Autofahren können. Wobei das letzte kein Vorurteil ist, sondern eine Tatsache. Aber darüber streiten wir noch).Ausserdem ist sie seit mehreren Jahren Vegetarierin. Und sie spricht Französisch, allerdings mit amerikanischem Akzent, was wirklich extrem merkwürdig ist.

Ingo arbeitet immer noch bei Adobe, was bleibt ihm auch anders übrig, was anderes erlaubt unser Visum ja nicht. Allerdings mittlerweile im drölfzigsten Team und für den x-ten Chef. Adobe zeichnet sich in den letzten Jahren durch beständige Unbeständigkeit in seinem Kurs aus.

Tina arbeitet mittlerweile Teilzeit als Deutsch-Lehrerin, an einer deutschen Samstagsschule (was leider genau das heisst, jeder Samstag ein Arbeitstag, von 9.00 - 16.00 Uhr) wo sie mehr oder minder motivierte Erst- und Zweitklässsler mit deutschen Wurzeln mit Einsterns Schwester traktiert, und seit neuestem auch an einem Community College, wo sie Studenten mit deutscher Grammatik quält. Die sie im Gegenzug als "Professor" betiteln - was sich immer noch anfühlt, als wäre sie eine Hochstaplerin.





 Und jetzt gibt es ein Stück Kuchen zum Jubiläum



- auf die nächsten 4 1/2 Jahre. Solange ist unser neues Visum noch gültig.
Was danach sein wird, wissen wir noch nicht.
Fiona plant in 2,5 Jahren zum Studium nach Deutschland zurückzugehen,
Lennart will hier studieren.
Für den Rest der Familie ist die Zukunft offen.


Nachtrag: ich hatte vorhin leider wirklich keine Zeit mehr, aber wir sind heute morgen aufgewacht mit den Nachrichten aus Paris. Und natürlich haben sie auch für uns den ganzen Tag überschattet. Paris ist für mich die Stadt meiner Träume. Ich habe immer gedacht, irgendwann würde ich es schaffen, mal da zu leben. Das, was bei Charlie Hebdo passiert ist, tut mir wirklich in der Seele weh. Und das, was es am besten schafft, dieses surreale Gefühl von "hier ist für uns der perfekte Tag inkl. Sonnenschein, blauem Himmel und 22 Grad" und in Paris werden Journalisten und Polizisten niedergemetzelt zu beschreiben ist "an Tagen wie diesen" von Fettes Brot #jesuischarlie