Mittwoch, 31. Juli 2013

LBJ Presidential Library and Archive

Das es so etwas wie presidential libraries überhaupt gibt, weiss ich erst, weit dieses Jahr die von George W. Bush im Mai in Dallas eröffnet wurde - darüber war nämlich ein Bericht in den Nachrichten.
Seit Präsident Roosevelt seine eigene eingerichtet, richten alle Präsidenten nach ihrer Amtszeit eine ein - mit dem doppelten Zweck, als Archiv ihrer Amtszeit zu dienen und als zeitgeschichtiches Museum:



In Kalifornien gibt es auch zwei, die von Ronald Reagan und die von Nixon, aber die sind beide bei Los Angeles.
Ich bin mir nicht ganz sicher, wonach sich entscheidet, wo die Library errichtet wird, entweder nach dem Gebursts-Staat des Präsidenten oder nach seinem politischen Herkunfst-Staat offensichtlich - die von Barack Obama wird dann wohl also mal entweder auf Hawai'i errichtet oder in/bei Chicago.
(aha, gibt wohl beide Möglichkeiten, und Obama weiss es auch noch nicht. interessant.)

In Austin ist jedenfalls die von Lyndon B. Johnson, und da es heute sowieso zu heiss war, um draussen was zu machen, und ich sowieso sehr neugierig drauf war, also da hin.
Der Eintritt UND das Parken sind auch noch kostenlos (noch - das ändert sich dieses Jahr. Ist aber auch die einzige der Libraries gewesen, wo das überhaupt der Fall war).

von aussen sieht das Gebäude schon mal typisch 60er Jahre mässig aus (ups, Foto vergessen...), also eher hässlich. Vielleicht habe ich deswegen auch keins gemacht, bitte hier gucken.




Ich muss sagen, ich war sehr, sehr beeindruckt. Ehrlich gesagt wusste ich über Lyndon B. Johnson nicht viel, ausser das er Präsident wurde, nachdem Kennedy ermordet wurde. Und das seine Frau Lady Bird hiess, und ich mich immer gefragt habe, ob das ihr echter Name ist (ist es nicht - sie hiess Claudia. Booooooriiiiing! Es ist auc kein Ehrentitel, sie wurde so als Baby von ihrem Kindermädchen genannt - Marienkäfer - und der Spitzname ist hängengeblieben. überlegt euch also gut, wie ihr eure Babies nennt...). Und beider Ehegatten Namen ergeben abgekürzt LBJ - wie lustig....

Die Ausstellung ist sehr visuell, sehr leicht zugängig - Filme, Bilder, Fotos, Kleidung, Telefone, durch die der Präsident mit einem spricht - und auf jeden Fall auch für ältere Kinder interessant, viel populäre Zeitgeschichte über die wilden 60er Jahre.

Das ist der nicht öffentlich zugängliche Teil des Archivs, nur nach Anmeldung für Wissenschaftler / Studenten: 45 Millionen Unterlagen auf 4 Stockwerken....


Die wahrscheinlich grösste Vitrine der Welt.



 Im obersten Stockwerk gibt es einen Nachbau des Oval Office zu LBJs Zeit (und auch des Büros seiner Frau)



Ich bin mir nicht ganz sicher, wie "objektiv" die gemachten Aussagen über Johnson sind, aber er muss ein sehr beindruckender Mann gewesen sein.
Angefangen hat er als Lehrer für mexikanische Einwandererkinder, was ihn sein Leben lang geprägt hat, und er hat sehr für Chancengleichheit, Armutsbekämpfung und Gerechtigkeit gekämpft.
Unter seiner Präsidentschaft ist die Rassentrennung abgeschafft wurden.



Aber er war auch der Präsident des Vietnam-Kriegs, den er "geerbt" hatte, und nicht beenden konnte.

Lyndon B. Johnson hat nicht nur mit seiner Frau im White House gewohnt, auch seine beiden Töchter, Lynda und Lucy, haben dort gewohnt, und geheiratet, und während ihre Ehemänner in Vietnam gedient, weiter dort gelebt, Kinder bekommen.

Lyndon B. Johnson war ein Kommunikations-Freak, der noch mit seinem Enkel im Pool schwimmend Dokumente bearbeitet hat, er hatte 3 Fernseher im Oval Office, ein Fax und immer und überall ein Telefon in Reichweite (Gott, er hätte Handys und Tablets geliebt....), er hat 24 Stunden am Tag gearbeitet und eine Kandidatur für eine zweite Amtszeit freiwillig, auf der Höhe der Macht, verzichtet.





Wenn die Statue Lebensgrösse entspricht, muss er um die 1,90m gross gewesen sein. Auf jeden Fall hatte er so grosse Füsse wie mein Mann riesige Füsse und hat auf den meisten Bildern seine Kollegen deutlich überragt.



Lady Bird hat sich nachdrucksvoll für den Umweltschutz eingesetzt, für den Schutz und den Erhalt der Nationalparks, und nach ihr ist auch in Austin ein See benannt.

Danach bin ich noch in mein lokales Lieblingscafe gefahren und habe so getan, als wäre ein Vergnügen, draussen im Schatten zu sitzen


aber eigentlich habe ich schon nach 2 Minuten bereut, dass ich nicht drinnen im Schutz der Klima-Anlage geblieben bin - mir ist selbst im Sitzen und nur mit Augenbewegungen der Schweiss den Körper runtergelaufen.....

(Spezialität des Hauses: Summermoon Latte (warm) beziehungsweise wintermoon latte (geeist) und extrem lecker, für Europäer und Liebhaber ihrer Bauchspeicheldrüse aber nur als Half-summer bzw. Half-wintermoon Latte geniessbar *g*)

Heute abend dann kulturelles Kontrastprogramm: The Heat. Sehr lustig, wenn man auch auf derberen Humor steht ;-) (Taffe Mädels - wirklich *augenroll*)

Dienstag, 30. Juli 2013

California vs Texas

Heute habe ich nicht so viele Fotos für euch, denn der Tag war ziemlich un-aufregend.
Ich habe ein paar Stunden gearbeitet, Fiona war im Camp.
Da das erst um 17.00 Uhr zu Ende ist heisst das leider auch, dass danach Sightseeing-mässig nicht mehr viel los ist, denn in den USA macht alles (öffentliche Gebäude, Museen, .Zoos, ...) in der Regel um 16.00 Uhr oder aller-spätestens um 17.00 Uhr zu. Das ist für einen als Europäer doch echt ungewohnt, und verstehen tue es ich auch nicht so ganz, denn das zwingt einen geradezu dazu, in der feistesten Mittagshitze unterwegs zu sein - statt Siesta zu machen und später loszugehen.

Apropos Hitze: affenartig. Unfassbar. Wahnsinn.

Während es in Kalifornien schön warm ist (meistens) ist es hier schrecklich heiss. Erst war es klebrig-heiss und total schwül (so um die 35 Grad?) heute war es dann trocken heiss, aber mega heiss (38 Grad), und morgen soll es NOCH wärmer werden. Jetzt, abends um 22.00 Uhr, sind Temperaturen die man sich tagsüber wünschen würde.

Nach dem Camp sind wir erst Mal was kaltes Trinken gegangen, in dem In-Coffeeshop von Austin, Jo's coffee. Das ist eigentlich nur eine Hütte mit Terrasse.



 Aber immerhin überdacht (--->Schatten). Schöne Wand:



Zum Kaffee kann ich nichts sagen, ich habe ihn als Iced Latte getrunken, da schmeckt alles gleich *g*

Dann sind wir noch ein bisschen auf der Suche nach dem Dillo durch die Gegend geeiert, aber ich habe das Gefühl, den gibt es nicht mehr. Wahrscheinlich ist der Reiseführer da einfach veraltet.

Na, dann war auch schon Zeit für Abendessen.
Fiona hat sich mal was exotisches rausgesucht:


Traditionelle deutsche Küche, sieht dann so aus:


Naja wenigstens die Brezel war deutsch (und zur Abwechslung auch mal nicht Süß). Hat gut geschmeckt, und im Biergarten (total leer) gab es auch noch Kaltwasser-Ventilatoren. Hurra.



Jetzt sind wir wieder in unserer Unterkunft, waschen mal 'ne Runde Wäsche (die haben eine Euro-style Waschmaschine *neid*) und gucken ein bisschen das Erste App.

Ansonsten:
hier ist alles billiger, Benzin (50 cent pro Galone, ca.), Lebenmittel, und offensichtlich auch Grundstücke und Häuser (die gleiche Firma, die bei uns in der Bay area ab "lower 500k" verkauft, verkauft hier ab 140K), alles ein bisschen grösser (Whole foods market!), aber dafür gibt es hier laut Reiseführer auch nur 4 Jahreszeiten: almost summer (November), Christmas, like summer (january), Sommer (Februar - Oktober).

Dafür dürfte dann auch die Rechnung für Strom (Klimaanlage) und Wasser (Dusche, Bewässerung) um einiges höher sein in anderen Gegenden der Welt.
Aber schön ist es hier. Viel grün, viel Wasser, nette Menschen. Allerdings weniger international als in der bay area, die meisten sind Weiß oder mexikanisch.

PS in 1,5 Stunden Entfernung soll sich eine alte Hochburg der Deutschen befinden, Fredericksburg, wohl ein beliebter Wochenendausflug. Leider zum Glück werden wir das nicht mehr schaffen, genau so wie den von Fiona gewünschten Ausflug zur Schlitterbahn. Heisst wirklich so ;-)



Montag, 29. Juli 2013

Austin, Tag 2: I bat

Heute morgen als erstes Fiona im Camp abgeliefert (7.45 Uhr) - deswegen sind wir ja schliesslich hier:


 Dann habe ich mir erst mal in einem Coffeeshop einen Kaffee besorgt - hier in unserer Unterkunft gibt es noch nicht mal eine kaffeemaschine....

Dann habe ich angefangen zu arbeiten, und musste feststellen: mein Laptop lädt nicht mehr! Also gearbeitet bis der Strom alle war und dann in den nächsten Apple-Store gefahren, zum Glück nur 20 Minuten entfernt.
Glück im Unglück: wirklich nur das Ladekabel


Bei der Gelegenheit die völlig abgetippen Buchstaben S und E durch neue ersetzten lassen.
Zurück "nach Hause" weiterarbeiten - das E hakt und klemmt.
Dumm gelaufen, warum habe ich das nicht gleich im Laden testet?
Eine Stunde fluchend gearbeitet, Fiona abgeholt, und, man ahnt es: in den Apple Shop *nerv*
Jetzt ist wieder das abgetippte E drin, aber es geht.

Dann sind wir was essen gegangen, und zwar hier:



super lecker, und total viele Gerichte für Vegetarier auf der Karte. grosser Wartebereich, am Wochenende wird es zum Brunch wohl sehr voll, abends war es eher leer.
(Leider war der Mocca ganz schrecklich *würg*)

Und dann waren wir auch schon fast bei der Hauptattraktion des Abends:

Kostenloses Parken auf einem Firmenparkplatz, der abends sowieso leer steht - das ich das noch erlebe.... in California wäre man an dieser Stelle mit 20 Dollar dabeigesessen....


alle reihen sich auf, oben und unten....





warten....





und dann ging es los: Die Fledermäuse, eine der grössten Kolonien weltweit, begibt sich auf Beuteflug. Tausende von kleinen Fledermäusen....


Leider mistig zu fotografieren, sucht am Himmel nach den dunklen Schwaden...




 







 Sehr, sehr beeindruckendes Naturschauspiel, 6 Monate im Jahr, unbedingt sehenswert....
Die Fledermäuse ziehen im Frühjahr von Texas aus in den Norden, und das seit den 1980er Jahren. Die Brücke ist ideal als Brutstätte, die Einwohner von Austin waren zunächst entsetzt, aber die kleinen Beisserchen fressen alle Insekten auf, die ihnen vor die Flügel geraten -  und so braucht man weniger Insektenvernichtungsmittel.

mehr Infos findet ihr hier:







 Dann noch ein paar Proviante aufstocken, zurück zum Zimmer, ab ins Bett. Morgen um 6.30 Uhr klingelt wieder der Wecker.....






Sonntag, 28. Juli 2013

Keep Austin weird

Letztes Jahr im November wollte Fiona sich gerne für ein Camp (per Fax) anmelden, für das sie sowieso keinen Platz bekommen würde, aber wenigstens versuchen wollte sie es. Dank technischer Probleme erfolgte die Anmeldung dann auch erst 12 Stunden nach Anmeldebeginn, und so waren wir sicher, dass es dann auch erfolgreich nicht geklappt hatte.
Im März kam dann die Bestätigung für die erfolgreiche Camp Anmeldung.

Für Camp Halfblood (Leser der Percy Jackson Reihe wissen, worum es geht, alle anderen sehen zu, dass sie gleich heute oder morgen "Percy Jackson - Diebe im Olymp" gucken. Der ist nämlich wirklich gut (besonders Pierce Brosnan).

Das einzige Problem an der Sache: Camp Half Blood ist ein Tagescamp (8.00 - 17.00 Uhr) das in AUSTIN, TEXAS stattfindet. Und nirgendwo sonst.
Austin ist von San Francisco 1500 Meilen entfernt, oder in Dollar: ca. 350 Dollar pro Flugticket weit.

Nun ja, die Tochter bezahlt das Camp selbst, also dann nur noch den Rest gebucht - an dieser Stelle der Hinweis, dass man NICHT bis eine Woche vor Termin warten sollte, um den Flug zu buchen. 2 Wochen früher wäre um einiges billiger gewesen (und non-stop).



Familie R. war mal wieder ein bisschen spät dran und es reichte nur noch für eine schnelle Limonade im zukünftigen Harvey-Milk-Airport, zur Zeit noch SF International.

2 Stunden später Landung in Phoenix, Arizona. wo wir dann 20 Minuten Sprint von Terminal A nach B hatten, und dann ratz-fatz ein Stück Pizza runtergeschlungen, während schon Check in für den Weiterflug war.
Ganz üble, tierisch Laute Maschine - was ist ein CRJ eigentlich für ein Fabrikat?
Immerhin, die Stewardess hatte Humor.

Ich bin früher total gerne geflogen, heute bin ich immer froh wenn ich oder der oder diejenige, die ich im Flugzeug kenne, heil wieder unten ist. Wäre ich nicht so tierisch klein, ich hätte sogar gerne als Stewardess gearbeitet. (Heute scheint das kein Problem mehr zu sein, ob der Flugbegleiter an die Gepäckluke kommt oder nicht, den helfen tun die nicht mehr. Die rufen nur noch von hinten: das passt nicht! Und lassen die Passagiere dann gruppendynamisch wirkungsvoll eigene kreative Lösungen finden).

Um 23.00 Uhr Ortszeit dann Ankunft auf dem ausgestorbenen Flughafen von Austin - alles zu.
Beim Mietwagen Verleih wurde mir dann kurzerhand "für nur 5 Dollar mehr!!!!" ein Mustang angeboten, aber ich habe das abgelehnt. Fiona ist immer noch sauer.

Ab in unsere Unterkunft, die ich nach Nähe zu Camp (immerhin Beginn um 8.oo Uhr morgens) ausgesucht habe. Stellt sich als eher spartanisch heraus, das ist unser Zimmer:


(der Rest ist nicht sehenswert, nichts als kahle weisse Wände), der Rest des Hauses sieht ähnlich aus - aber immerhin 3 Riesenglotzen, 3x so gross wie unsere zu Hause - jede alleine)

Für mich dann heute übles Erwachen, ich weiss nicht, was es war / ist - Magenverstimmmung, Migräne der allerschlimmsten Art, Reisekrank, dehydriert - jedenfalls rasende Kopfschmerzen und böse Übelkeit - also nach dem Aufstehen gleich wieder ins Bett (quietsch, quietsch - die Sprungfedern) und trotzdem noch 2 mal übergeben....

Trotzdem, gegen Mittag mussten wir los, weil eine Segway Tour gebucht (und bezahlt!) war. Bis dahin habe ich noch zugesehen, ordentlich Flüssigkeit, eine Vomex, 2 Ibu in mich reinzubekommen (Formigran hatte ich morgens schon erfolglos genommen), und irgendwann ging es dann auch....

Einweisung im Laden, noch ein bisschen verkrampft:




Und los geht's! Segway fahren ist sooooooo toll, nach Hamburg und Washington DC meine 3. Tour.


Erster längerer Stop: Capitol. Austin ist die Haupstadt von Texas. Gelernt: In Texas ist alles grösser, aus Prinzip. Das Capitol grösser als das in DC, die Flagge von Texas grösser als das Star spangled Banner, usw.

Capitol von hinten:



und vorne


und rein. Sogar die Türscharniere sind mit Wappen:


Attraktion: Quinceanera


Da werde ich die Woche noch mal hingehen:



Wir so vor dem Capitol:


Weiter Richtung Fluss,



Cooles Denkmal, die Statue hält die Gitarre, der Schatten sieht so aus, als ob er sie spielt.

 Jetzt war Spielzeit (High Speed!) mit dem Segway angesagt, und Bilder vor der Stadtkulisse








Die 6th Street ist das Party-Viertel von Austin.

Dann waren wir erst mal was essen, und noch bei Book People, der Laden, der das Camp veranstaltet. Und noch ein bisschen Proviant shoppen.

Jetzt geht es ab ins Bett, denn morgen ist Aufstehen um 6.30 Uhr angesagt....

PS und was hat der Junggeselle von Welt im Kühlschrank? Ordentlich Energie-Drinks, aber sonst nicht viel.....