Freitag, 24. Juni 2011

Yosemite

stand schon länger auf unserer Liste, aber irgendwie kam immer was dazwischen.
Dabei sollte man dieses Jahr auf jeden Fall fahren, weil es so lange so viel Schnee gegeben hatte, dass die Wasserfälle wirklich beeindruckend wären.

Also sind wir letzten Samstag dann endlich gefahren. Wir wollten um 6.00 Uhr los, und um 6.54 Uhr fuhren wir dann auch aus der Garage - für unsere Verhältnisse fast pünktlich, aber doch viel zu spät.

Bis Livermore (20 Meilen von hier) waren wir schon gekommen, danach Neuland. Leider hörte der Freeway dann auch recht bald auf, und wurde zum Highway - also zu einer Art Landstraße, immer wieder unterbrochen durch Kreuzungen, Ampeln, Ortschaften. So kommt man natürlich noch langsamer voran als sowieso schon bei einer Höchstgeschwindigkeit von 65 mph (100 km/h), nämlich mit durchschnittlich 40 mph.
Irgendwann sah das Land dann so aus wie im Fernsehen: viel Land, ab und zu mal ein Gartenzaun, sonst nicht viel.



Und so fuhren und fuhren wir, bis wir schließlich an einen Punkt kamen, wo wir uns einig waren: jetzt muss ein Frühstück her und ein Klo!

Zu dem Zeitpunkt waren wir kurz vor Chinese Camp, aber da war nix, also weiter bis Groveland - aaaaaaaahhhhh, eine fies-fette Serpentinen-Strecke den Berg hoch bis auf 3000 Fuß, Hinweisschilder: Bitte Klimaanlage ausschalten!, hat natürlich ewig gedauert....

In Groveland dann die super Fehlentscheidung:


Solltet ihr jemals nach Groveland kommen, geht NICHT hier (PJ's Cafe) essen. Egal wo sonst, schlechter kann es nicht sein.

Die Kellnerin super unfreundlich (keinen Hochstuhl für Tessa angeboten, den durften wir uns selbst organisieren, klebrige Tische, kein Lächeln, nix, Nikos Kindergetränk im großen Becher, Lennarts im Kinderbecher (den Streit durften wir schlichten, natürlich), Kaffee: Nur ein Refill erlaubt, was normalerweise locker reichen würde, aber hier waren die Becher so klein, dass ich auch 3 oder 4 getrunken hätte (obwohl der Kaffee nicht besonders gut war), wenn mir denn wenigstens überhaupt einer angeboten worden wäre...
Meine Spiegeleier total roh, obwohl ich sie von beiden Seiten gebraten bestellt hatte (wirklich, das Eiweiß war noch durchsichtig und total wabbelig *würg*), Ingo hatte gar nichts bestellt, weil normalerweise 4 Frühstücksportionen locker für 6 Leute reichen - hier nicht (Ingo hat sich im Supermarkt dann noch ein Sandwich besorgt, das war dann auch gut), die Portionen waren wirklich knapp ausreichend, dafür dann aber auch echt teuer.

Danach dann weiter. Bis es nicht mehr weiter ging. Stau. Mitten im Wald.
Des Rätsels Lösung: Der Eingang von Yosemite war nah... meilen-mäßig. Zeitlich nicht, da haben wir noch ca. 60 Minuten gebraucht (für 2 Meilen...)




Zum Glück hatten wir noch meinen alten Kalifornien-Reiseführer von 1997 dabei und wussten daher, dass der Spitzname von Yosemite

National Parking Lot ist. National Park(platz).

Die Rangerin warnte uns noch, es sei voll und wir würden ewig nach einem solchen suchen müssen, aber danach lief es erst mal wieder - und zwar mit spektakulären Aussichten:

Reste von Schnee (draußen waren 27 Grad Celsius)



abgebrannte Bäume



und dann: eins der Wahrzeichen: Half Dome



Flußtal (wir waren auf 6000 Fuß Höhe)


Erster Wasserfall (Bridal Shower)


Dann kamen wir nach Yosemite Valley, und es ging darum, einen Parklplatz zu suchen. Nach 45 Minuten hat Ingo mich und die Kinder dann bei den Yosemite Falls rausgelassen und ist alleine weiter suchen gegangen. Die Kinder haben den "Naturspielplatz" dann erst mal ausgiebig genutzt:



Während es hinter uns rauschte



Nachdem Ingo dann wieder zu uns gestoßen war (60 Minuten später...), ging es weiter zum Wasserfall



Unfassbar. Die Wassermassen die da runter kamen, unglaublich. Es toste und brauste, und wir wurden alle klitschenass - wie eine eiskalte Dusche. Die Bilder können das gar nicht wiedergeben:








seht ihr, wie die Haare wehen? Es wat total windig dort, nass-windig, und die Linse wassergesprenkelt




Zurück richtig Village musste die Familie dann unbedingt mit den Füßen ins Wasser. Und es war....



natürlich echt kalt!

Trotzdem, alle außer Tessi und mir einmal durchgewatet



Etwas weiter wurde es dann ruhiger, aber die Strömung immer noch heftigst


Im Dorf gibt es eine Ansel Adams Galerie, er hat die berühmtesten Yosemite-Bilder gemacht (kann man auch kaufen - für 65.000 Dollar für A3 Format *hüstel*)


Davor: die bessere Art der Fortbewegung. Sollte man dabei haben, kann man aber auch für 10 Dollar die Stunde pro Stück mieten


Das nächste Fotomotiv wolle dann partout nicht still halten - blödes Vieh!


Dann war es schon 17.00 Uhr, und wir mussten leider an die Heimfahrt denken. Da ich mir ABSOLUT nicht vorstellen kann, dass dieser gigantische Wasserfall im Herbst wirklich ausgetrocknet ist, muss ich wohl noch mal hinfahren, um mich davon zu überzeugen *g* Dann soll der ganze Park blühen...

Gesehen haben wir an diesem Tag vielleicht 1% dieses gigantischen, wunderchönen Parks. und eigentlich muss man da für viel länger hin, 1-2 Wochen, mit Hiking-Ausrüstung, Rückentrage, oder ohne Kinder. Vielleicht machen wir das nächsten Sommer, für dieses Jahr ist alles ausgebucht. Das größte Problem von Yosemite ist ohne Frage der Verkehr. Gnadenlos schrecklich. Und ich finde ernsthaft: da man da nicht anders hinkommt, sollen sie sich was überlegen. Entweder einen großen Park & Ride Platz an der Grenze des Parks, und dann nur Shuttle-Bus drinnen, oder eben ein großes Parkhaus im Village. Das, was da so abgeht, ist unfassbar. Leider ohne Bilder hier.

Und zum Abschluss noch ein paar friedliche Bilder:


Ansel Adams Gedächtnis-Modus:


Nikolas hat einen neuen Freund gefunden, den er kilometerweit geschleppt hat, der dann aber doch da bleiben musste:





Und als sich uns dieser schöne Anblick bot


hatte das jüngste Familienmitglied dann schon aufgegeben


Abends gegen 23.00 Uhr waren wir nach einer nicht ganz komplikationslosen Heimfahrt (nie wieder ohne mindestens  ZWEI Eimer und eine Flasche Febreze unterwegs!!!) dann wieder zu Hause - völlig erschlagen.

Das sind nur meine Fotos von meiner kleinen Canon Kompakt Kamera, ich hoffe, Ingo fügt unsere Spiegelreflexbilder noch dazu.

viele Grüße
Tina

 der nächste größere Ausflug führt uns dann in 10 Tagen wohl hier hin:



PS leider ist man auch in Yosemite vor den ganz, ganz schlimmen Anblicken nicht sicher:


*aua* (von der Seite war noch besser, da kam der Bierbauch besser raus, aber der war ähnlich kooperativ wie das blödes Squirrel)

2 Kommentare:

  1. Wow, die Fotos sind ja irre, aber mit so vielen Menschen dort, ist es wohl ganz schoen nervig. Aber das muss man echt gesehen haben - denke ich.

    lg uta

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  2. Wir haben damals im Yosemite Bug übernachtet, vielleicht könnt ihr das auch mal machen, dann isses nicht ganz so weit!
    Und ich seufze, weil bei uns war KEIN Wasser drin, nirgends ... nur im eiskalten Fluß.
    Wir haben damals eine tolle Rundwanderung entlang der VernalFalls gemacht. Ach, das war schön und ach, ist das schon lange her.
    LG, Simone

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