Samstag, 21. Januar 2012

Bilingual aufwachsen: Liegestütz

Heute morgen war in der Zeitung ein Comic, den Ingo lustig fand.
Es ging um einen T-Rex, der das Fitness-Studio nicht mag, weil er Probleme mit den Liegestütz hatte.
Nikolas hat den Witz nicht kapiert.
Wir haben also zu zweit mehrere Minuten lang versucht, ihm zu erklären, was daran witzig ist.
Dann wollte er wissen, was Liegestütz eigentlich sind.
Meine Erklärungen konnte er nicht umsetzen, und so erbarmte sich Ingo schließlich, schob einige Dinge beiseite, begab sich auf den Küchenfußboden und demonstrierte seinem Sohn die gemeine deutsche Liegestütz.

Nikolas schaute ihm interessiert dabei zu und meinte schließlich: "Ahh, so wie push-ups!"

Ich habe gestern eine Frau kennengelernt,die seit 4 Jahren hier lebt, deren jüngste Tochter 9 war als sie hierhergezogen sind (die ältere 13) und die mir sagte, dass die Kinder kaum noch deutsch sprächen.
Ich kann mir das - zumindest für Fiona und Lennart - nicht vorstellen, für Nikolas schon eher. Aber auch bei Fiona und Lennart schleichen sich bereits nach einem Jahr immer mehr Anglizismen in die Sprache ein. Interessanterweise leidet die Grammatik (Satzbau) am schlimmsten, und am allerschlimmsten die Präpositionen. Hier werden reihenweise "1o aus 12 Punkten erreicht" usw. Fiona ist auch schon mal ihr Fahrrad zur Schule geritten, und Nikolas findet momentan sowieso und immer "that doesn't make any sense!"

Hinzufügen kann ich da nur noch,dass man auch mit Phineas & Ferb englisch lernen kann: Verfluchen heißt auf englisch to curse - Curse you, Perry the platypus!


In diesem Sinne I appreciate your business (was nicht etwa heißt, dass ich euren Geschäftsinn oder eure Firma bewundere, sondern einfach "danke für euren Einkauf"),
enjoy!

Tina

PS bei uns regnet es jetzt auch, und heute sind den ganzen Tag schon Polizei, Highway Patrol, Feuerwehr und Notarzt im Dauereinsatz. Dafür haben wir jetzt wieder pieselig-warme 14-16 Grad. Auch nachts.


Neulich in Japan-Town. Und nicht vergessen: Nächste Woche ist chinese new year. Tschüss, Hase, hallo Drache. Die Kinder erwarten bitte massig rote Umschläge mit Geld drin.

2 Kommentare:

  1. Wir sind jetzt seit 3 Jahren (*huch ist das schon so lange*) in Sydney und auch hier schleicht sich denglisch ein. Viele Sachen sind auch einfach schneller in Englisch gesagt als dafür 3 deutsche Wörter zu verwenden. Sicherlich ist es bei uns nicht gar so schlimm, weil Tochterkind auf die deutsche Schule geht, aber wenn sie alleine vor sich hinspielt, passiert das inzwischen meist auf Englisch (aber ihre Grammatik hat zum Glück (noch) nicht gelitten. Wir werden von der Schule auch darauf hingewiesen konsequent in der einen oder anderen Sprache zu sprechen und nicht zu mixen...

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    1. Also mich nervt es ungemein, dieses Denglisch meiner Kinder!
      Aber es ist wirklich von Kind zu Kind unterschiedlich, hat bei unseren auch nichts mit Alter zu tun, sondern ausschliesslich mit Sprachgefuehl.
      Waehrend es bei der Kleinen noch suess ist und ich weiss, dass sie meistens nur zu faul ist, sich das deutsche Wort zu ueberlegen, bei der Grossen ist es aehnlich, abgesehen von Fachbegriffen, was ich sehr gut versteh, geht mir genauso.
      Mein Sohn hingegen hat kein Sprachgefuehl und es kommt kaum ein deutscher Satz, der grammatikalisch oder sprachlich richtig ist und es macht mich total traurig, weil ich weiss, dass er es wirklich nicht kann, dabei reden wir ja deutsch zu Hause! Und je nachdem wie es mir geht, bin ich halt nicht nur traurig, sondern auch total genervt :-(

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